Wie man am Küchentisch etwas gegen sich scheidende Geister tun kann

Der Text, auf den wir heute eure Aufmerksamkeit lenken möchten*), wurde am 24.12. veröffentlicht - sichtlich ein Versuch, einen Beitrag zum weihnachtlichen Familien-, Betriebs-, Cliquen- und sonstigen Meinungsfrieden zu leisten.

*): https://www.nzz.ch/gesellschaft/10-tipps-fuer-die-diskussion-beim-fondue-chinoise-ld.1661692

 

Nun ist Weihnachten vorbei, die für soviel Streit sorgende Pandemie aber immer noch da - und damit wohl auch das Bedürfnis, dem Ungemach auch bei nachweihnachtlichen Küchentischgesprächen wirkungsvoll entgegenzutreten.

In unseren Augen sind die in dem verlinkten Text vorgestellten 10 Verhaltenstipps zum Umgang mit Meinungsverschieden-heiten 100x besser geeignet als jeder moralisierende Friedensappell von der Kanzel.

Es sind im Grunde Regeln, die jeder und jedem von uns schon in der Schule oder spätestens in der Berufsausbildung hätten beigebracht werden sollen.

 Einige deser Regeln sind nicht einfach zu verstehen, manche auch dann noch schwierig umzusetzen, wenn man sie verstandesmäßig erfasst hat - aber wir glauben, der Versuch lohnt sich!

In der Natur von Regeln liegt, dass sie nicht immer passen. Das ist hier nicht anders, weshalb wir auch eine 'kritische Beäugung'  nahelegen.

Wenn etwa empfohlen wird (Regel 5), sich als Laie an die Mehrheitsmeinung der Wissenschaftler:innen zu halten, sollte man durchaus hinschauen, ob diese Mehrheitsmeinung wirklich unabhängig zustande gekommen ist.

Oder wenn in Regel 9 dazu ermuntert wird, seine Meinung auch mal zu ändern, wenn dies sachlich gerechtfertigt ist, dann sollte man nicht einfach ignorieren, sondern sich (am besten im Vorhinein ...) gewahr sein, dass eine Meinungsänderung auch negative Auswirkungen auf die eigenen Beziehungen zu anderen Menschen / auf unsere Gruppenzugehörigkeiten haben kann.**)

Regel 10 wiederum sollte auch so gelesen werden, dass man Menschen, die einem - vermeintlich oder tatsächlich - intellektuell überlegen sind, eine gehörige Portion Skepsis entgegen bringen sollte, um nicht deren Wunschdenken zu erliegen.

Alles nicht einfach - leider unvermeidlich, wenn schon die meisten Sachverhalte, zu denen wir uns eine Meinung bilden, ziemlich komplex sind ;-(

**): dies bitte nicht als Aufforderung verstehen, die Meinung nicht zu ändern - sondern nur dazu, sich mit guter Kommunikation gegen ungewollte Folgen zu schützen ...

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